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Mit Menschen auf der Schattenseite

Zuerst a Party für die Andern, dann für uns war das Anliegen von 90 jungen Leuten, die im Wiener Mariapoli-Zentrum der Fokolar-Bewegung einen etwas anderen Jahreswechsel feierten. Die Party für die Andern kam nicht nur zeitlich zuerst, sondern auch in ihrer Wertigkeit. Die Andern, das waren Menschen auf der Schattenseite des Lebens, für die es zu Silvester nichts zu feiern gibt: Flüchtlinge, Nichtsesshafte, einsame alte Menschen, Behinderte._20061231-silvester-casavita_ai_1010840.jpg
Am Nachmittag des 31. Dezember brachen die verschiedenen Teams zu ihren Einsatzorten auf: Behinderten-Einrichtungen im niederösterreichischen Leobendorf, zwei Altenheimen in Wien, in die Schulküche der Schulbrüder in Wien-Fünfhaus und das Karwan-Flüchtlingsheim der Caritas im 8. Bezirk.
Eine Gruppe jugendlicher Flüchtlinge vorwiegend aus Nahost und Tschetschenien _061231-silvester-fluecht_hung_1166.jpgerwartete die jungen Focolarini im Karwan-Haus und führte sie zu verschiedenen Familien. Im Zuge der Neujahrs-glückwünsche und der Übergabe von kleinen Geschenken an die Kinder kam es zu berührenden Szenen. Am späteren Nachmittag brachen die jungen Flüchtlinge ins Bildungszentrum Am Spiegeln in Wien-Mauer auf, um dort ihre - großteils musikalischen - Beiträge für die Silvesterparty vorzubereiten.
In der De la Salle-Schule im 15. Bezirk nahm eine Gruppe von 20 Mädchen und Burschen Küche und Speisesaal in Beschlag. Während einige den Speisesaal festlich schmückten, machten sich andere unter der fachkundigen Anleitung einer 16-jährigen Gastgewerbe-Schülerin daran, ein viergängiges Gala-Dinner vorzubereiten. Um 18 Uhr sollten die Gäste zum Silvestermahl erscheinen: Nichtsesshafte Menschen, die weder Ort noch Anlass zum Feiern haben. Improvisationskunst der Liebe war gefragt, als die erste Gruppe der Festgäste eine Stunde früher als geplant eintraf. Spontan setzen sich drei Jugendliche mit ihnen an die noch nicht fertig geschmückte Tafel, um nur ja nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, die Gäste wären zu früh dran. Gegen 18 Uhr waren die 30 Portionen fertig, 25 Plätze besetzt und das Festmahl konnte beginnen.
U_20061231-silvester2.jpgm 21 Uhr trafen alle 90 Jugendlichen zu ihrer Party zusammen, die mit einem reichhaltigen Buffett im Mariapoli-Zentrum begann. Die letzte Stunde des Jahres wurde mit einem Jahresrückblick und Bildberichten der verschiedenen Nachmittagseins ätze ausgefüllt. Zu Mitternacht wurde das Neue Jahr musikalisch begrüßt, es gab eine Disco und Workshops - darunter auch so exotische wie chinesische Kalligrafie.

Um 6 Uhr mündete die Silvesterparty für die Christen in eine gemeinsame Messfeier. In der Danksagung kam der Reichtum zum Ausdruck, der in den Stunden zuvor in den jungen Leuten freigelegt worden war: "Ich habe entdeckt, wie jeder Augenblick wertvoll ist, wenn er für andere gelebt wird. Für das neue Jahr wünsche ich mir viele solche Erfahrungen" und "ich habe erlebt, welche Freude es bereitet, andere froh zu machen". _061231-silvester-wshung_hung_1176.jpg_061231-silvester-wshung_hung_1177.jpg

 

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